Der Gewerbeschein – Das große, unbekannte “Schreckgespenst”!

Nebeneinkünfte, die Du mit dem Camgirl Job erzielst und somit in Eigenregie erarbeitest, setzen in Deutschland eine Gewerbeanmeldung voraus.

Vorab möchte ich betonen, dass ich zum Thema „Gewerbeschein“ nur für Deutschland sprechen bzw. schreiben kann. Welche Bestimmungen es diesbezüglich in der Schweiz, Österreich, oder einem anderen Land gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Ich biete hier auch keine Rechtsberatung an, zu Mal ich das auch nicht darf und weise daraufhin, dass ich keine Gewähr auf Richtigkeit oder Vollständigkeit der nachfolgenden Angaben gebe. Ich schreibe einfach mal auf, was mir bezüglich der Beantragung eines Gewerbescheins in Deutschland bekannt ist.

Hier nun meine kleine, aber feine Zusammenfassung, zu welchem Zeitpunkt Du Dein Gewerbe anmelden musst, wie das ganze abläuft und was Du zu beachten hast. Und keine Panik. Es ist wirklich alles halb so wild. Die Gewerbeanmeldung ist ganz easy und auch der Papierkram, also was Steuern etc. betrifft, hält sich bei diesem Job sehr in Grenzen. Also nichts, was man nicht selbst schaffen kann. Ausserdem, mit einer Gewerbeanmeldung bist Du immer auf der sicheren Seite! Denn bei Schwarzarbeit verstehen die Finanzämter keinen Spaß!

Wenn Du regelmäßig mit Deiner Tätigkeit als Camgirl Geld verdienen möchtest, musst Du Dir einen Gewebeschein holen!

Unabhängig davon, ob Du nur auf einem Camportal tätig bist, oder auf mehreren, sobald Du in Eigenregie für Dich selbst arbeitest und dies auch auf Dauer ausgelegt ist, benötigst Du zwingend einen Gewerbeschein. Grundsätzlich sagt man, dass man ab dem 1 Euro, den man selbständig verdient, ein Gewerbe anmelden muss.

Sicherlich, die Portale selbst prüfen bei Deiner Anmeldung nicht, ob Du ein Gewerbe angemeldet hast. Zu Mal dies in Deiner eigenen Verantwortung liegt. Rein theoretisch kannst Du Dich auch ohne Gewerbeanmeldung, also ohne dass Du einen Gewerbeschein hast, auf den Camseiten anmelden und dort arbeiten. Hiervon ist jedoch dringend abzuraten, da Du Dir nie sicher sein kannst, ob das Finanzamt nicht doch einmal Wind von Deinem nicht angemeldeten (Neben-)Job bekommt. Es würde schon ausreichen, dass ein Neider Dich anschwärzt und schon stehst Du dumm da. Und dann wäre mindestens ein Bußgeld aufgrund Deiner Schwarzarbeit fällig. Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt, in Deutschland verboten und kann saftige Strafen nachsichziehen. Halte Dir dies immer vor Augen! Aber soweit wollen wir es ja nicht kommen lassen!

Bei welcher Stelle kannst Du Dein Gewerbe anmelden und was benötigst Du für Deine Gewerbeanmeldung?

Davon ausgehend, dass Du Dein Gewerbe von zu Hause aus betreiben möchtest, ist für die Beantragung und Ausstellung Deines Gewerbescheines, die für Deinen Wohnort zuständige Gewerbebehörde zuständig. Das kann das Ordnungsamt sein, das Bürgeramt, der Bürgerservice, Einwohnermeldeamt oder wie auch immer dies in Deiner Stadt heißt. Am Besten ist, Du informierst Dich vorab im Internet, welche Behörde für die Anmeldung Deines Gewerbes und die Ausstellung des Gewerbescheins zuständig ist.

Einen Termin muss man im Vorfeld normalerweise nicht machen. Du kannst dort während der Öffnungszeiten vorbeischauen und vorsprechen. Nimm auf alle Fälle Deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit. Das ist normalerweise das einzige amtliche Dokument, das Du bei Dir haben musst. Eine weitergehende Gewerbeerlaubnis benötigst Du bei dieser Form der Heimarbeit nicht.

Rechne darüberhinaus mit einer geringen Anmeldegebühr für Dein neues Camgewerbe. Im Schnitt berechnen die Ämter zwischen 15 bis 35 Euro für die Anmeldung. Wie viel es bei Dir vor Ort kostet, kannst Du ebenfalls vorab im Internet recherchieren, oder auch telefonisch erfragen. Grundsätzlich ist die Höhe der Gebühr nicht an der Art des Gewerbes gekoppelt. Man zahlt also an Deinem Wohnort immer die gleiche Gebühr, unabhängig davon, welche Art Gewerbe auf dem Gewerbeschein eingetragen wird.

Übrigens, viele Behörden bieten den Download des Antragsformulars im Internet an. Du kannst Dir dieses bequem von zu Hause herunterladen, ausdrucken und in Ruhe ausfüllen. Dieses Vorgehen beschleunigt den ganzen Anmeldeprozess. Folglich bist Du dann auch mit Deinem neuen Gewerbeschein wieder schneller zu Hause. Solltest Du Dir bei dem ein oder anderen Punkt unsicher sein, was Du im Antragsformular eintragen musst, hole Dir Hilfe von Freunden. Du kannst den entsprechenden Punkt aber auch erst einmal offen lassen und diesen dann mit dem Sachbearbeiter vor Ort klären. Dieser hilft im Normalfall immer gerne weiter.

Nachdem Du beim Amt alle Angaben gemacht und Dein Antragsformular abgegeben hast, musst Du lediglich noch die Anmeldegebühr entrichten. Fertig! Du erhältst Deinen Gewerbeschein ausgehändigt und hast ab diesem Zeitpunkt offiziell Dein Gewerbe angemeldet.

Wann genau muss ich mein Gewerbe anmelden und kann ich dies auch rückwirkend tun?

Der richtige Zeitpunkt, um Dein Gewerbe anzumelden, ist der Beginn Deiner Tätigkeit als Webcamgirl. Doch kann es auch vorkommen, dann Du es, aus welchen Gründen auch immer, zeitlich nicht gleich schaffst, zum Amt zu gehen. Somit zögert sich die Anmeldung Deiner neuen Beschäftigung etwas hinaus. Vielleicht willst Du Dir auch erstmal ein Bild von Deinem neuen Job machen. Zu Mal Du sicherlich im ersten Augenblick keine Vorstellung davon hast, was auf Dich zukommt und ob dieser Nebenerwerb überhaupt das Richtige für Dich ist.

Die Sachbearbeiter bei den Ämtern tolerieren eine nachträgliche Gewerbeanmeldung in einem bestimmten Rahmen. Eine nachträgliche Gewerbeanmeldung von bis zu drei Monaten bleibt normalerweise ohne Folgen. Dann ist es aber auch allerhöchste Eisenbahn, Dir einen Gewerbeschein zu holen! Bitte beachte, dass dieser Zeitrahmen nur ein Richtwert ist. Selbstverständlich ist es immer besser, das Gewerbe so früh wie möglich anzumelden!

Das Anmeldeformular und welche Angaben Du hier machen musst!

Das Formular für die Gewerbeanmeldung auszufüllen ist recht einfach. Als erstes musst Du ein paar persönliche Angaben zu Deiner Person eintragen. Also Dein Name, Geburtsdatum, Wohnort etc.. Ich gehe einmal davon aus, dass Dir dies nicht schwerfallen wird. Da Du weiterhin Deiner neuen Nebentätigkeit sicherlich in den heimischen vier Wänden nachgehen wirst, gibst Du unter dem Punkt “Betriebsstätte” Deine eigene Anschrift ein.

Anschließend wird nach der Art der Tätigkeit gefragt, die Du anmelden möchtest. Auf dem Formular ist dieser Punkt unter “Angemeldete Tätigkeit” zu finden. Dies ist mit der wichtigste Punkt bei Deiner Gewerbeanmeldung. Kleiner Tipp, solltest Du Hemmungen haben, als angemeldete Tätigkeit „Camgirl“ anzugeben, so kannst Du dies auch etwas umschreiben. Anstelle von “Camgirl” kannst Du auch “Internetpromotion”, “Model”, oder zum Beispiel “Internetmarketing” angeben. Unter Umständen kann es sein, dass der Sachbearbeiter noch etwas genauer nachfragt. Führ dann einfach an, dass Du zum Beispiel Texte für Webmaster schreibst, Webseiten pflegst, Bilder für Webseiten bearbeitest oder ähnliches. Im Grunde sind das ja Tätigkeiten, die auch der Camgirljob mit sich bringt.

Wenn Du einem Hauptjob nachgehst und nur nebenbei als Webcamgirl arbeiten möchtest, kreuze bei der Frage, ob die genannte Tätigkeit im Nebenerwerb betrieben werden soll, bitte “Ja” an. Auch als Hausfrau, Rentnerin oder wenn Du momentan ohne Arbeit bist und somit Leistungen vom Amt erhältst, kannst Du diesen Job selbstverständlich im Nebengewerbe betreiben.

Die Anmeldung als Kleingewerbe

Da Du zu Beginn nicht abschätzen kannst, wie hoch Dein monatlicher Verdienst ausschauen wird, solltest Du Deine Selbständigkeit als Kleingewerbe anmelden. Erst recht, wenn Du ein Nebengewerbe anmeldest. Für die sogenannten Kleinunternehmer hat der Gesetzgeber besondere Regelungen geschaffen, die Dir einiges an Papierkram und Steuersachen erleichtern. Dies ist mit ein Grund, weshalb in Deutschland die meisten Selbständigen als Kleinunternehmer starten.

Zu den Kleinunternehmern zählst Du, wenn Deine steuerpflichtigen Einnahmen, also Deine gesamten Camgirlprovisionen, inklusive Umsatzsteuer, im ersten Jahr nicht mehr als 17.500 Euro betragen. Im Folgejahr dürfen die verdienten Bruttoprovisionen nicht über einen Betrag von 50.000 Euro hinausgehen.

Zu Beginn Deiner Camgirltätigkeit wirst Du diese Einnahmegrenzen sicherlich nicht überschreiten. Es sei denn, Du bist ein Camgirlwunder und dieser Job liegt Dir unwahrscheinlich gut. Auch das ist möglich!

Der Vorteil als Kleinunternehmer besteht darin, dass Du selbst entscheiden kannst, ob Du die Umsatzsteuer ausweisen möchtest. Machst Du das nicht, musst Du keine regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldungen an das Finanzamt weiterleiten. Somit ist wesentlich weniger Papier- und Steuerkram zu erledigen. Der Nachteil ist, dass Du bei Deinen Ausgaben, die Du für diesen Job tätigen wirst, keine Umsatzsteuer gegenrechnen kannst. Aber gerade zu Beginn ist dieser Nachteil zu vernachlässigen und die Vorteile überwiegen.

Nachdem Du Deinen Gewerbeschein beantragt und erhalten hast, erhältst Du von Deinem Finanzamt einen Fragebogen zugesandt. Auf diesem musst Du angeben, mit welchen Einnahmen Du im ersten Jahr etc. rechnest. Schätze diese ungefähr und setze sie so an, dass Du im ersten Jahr unterhalb der Grenze von 17.500 Euro brutto bleibst. Somit steht Deiner Anmeldung als Kleinunternehmer nichts im Wege.

Der Steuerberater

Und für alle unter Euch, die keine Lust auf den ganzen Papierkram  haben, sucht Euch einen Steuerberater. Die kosten meist weniger, als man denkt und nehmen Euch den kompletten Steuer- und Papierkram dankend ab. Ich glaube, mein Steuerberater hat damals so um die 50 Euro im Monat berechnet. Die Kosten für den Steuerberater halten sich also in Grenzen. Wenn Du Dich nicht gerade dumm anstellst, hast Du diesen Betrag, den Du für den Steuerberater ausgeben musst, innerhalb von 1-2 Stunden verdient. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Fachmann an seiner Seite zu haben. Denn er kümmert sich nicht nur um den Papierkram, sondern kann Dir auch den ein oder anderen Tipp geben, wie Steuern zu sparen sind. Das ist oft Gold wert!

Nicole
Nicole
info@camgirl-werden.com
4 Kommentare
  • Avatar
    Susi
    Posted at 19:13h, 14 April Antworten

    Hallo Nicole,

    vielen Dank für diese Information! Das war sehr hilfreich, da ich mich mit Steuer usw nicht so gut auskenne. Aber nun, dank Dir, weiß ich was ich zu tun habe. Noch mal vielen Dank!

    • Nicole
      Nicole
      Posted at 12:55h, 15 April Antworten

      Hallo Susi,

      es freut mich, dass ich Dir mit meinen Infos weiterhelfen konnte. Wenn Du weitere Fragen hast, dann melde Dich gerne bei mir!

      Wünsche Dir auf jedenfall einen guten Start in Deinen neuen Job als Webcamgirl!

      Liebe Grüße
      Nicole

  • Avatar
    Franzi
    Posted at 23:33h, 22 April Antworten

    Hi Nicole,

    Du, sag mal, wie ist das eigentlich in der Schweiz? Brauche ich da auch so etwas wie einen Gewerbeschein, wenn ich nebenberuflich als Camgirl arbeiten möchte?

    Und kann man auf den Camportalen auch arbeiten, wenn man in der Schweiz wohnt, oder geht das nur für deutsche Girls?

    Liebe Grüße
    Franzi

    • Nicole
      Nicole
      Posted at 20:15h, 23 April Antworten

      Hallo Franzi,

      lieben Dank für Deinen Kommentar! 😉

      Wie ich in meinem Beitrag schon geschrieben habe, kennen ich mich, was den Gewerbeschein betrifft, nur in Deutschland aus. Bei der Schweiz muss ich leider passen. Hier müsstest Du einmal direkt bei einem Steuerberater oder dem Finanzamt anfragen. Sorry…

      Zu Deiner zweiten Frage, nun es ist generell egal, aus welchem Land Du kommst. Als Amateurin bzw. Camgirl kannst Du von jedem Land aus auf den deutschsprachigen Camseiten arbeiten, auf den internationalen Camportalen und Amateurcommunities sowieso.

      Liebe Grüße
      Deine Nicole

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